So hallte der Ruf der Nachtwächter durch die funzelig beleuchteten stillen Gassen und Twieten.

Das Feuer brach aus in der Nacht zur ersten Stunde des 5. Mai 1842.

Beängstigend schnell breiteten sich das Feuer und der Rauch aus!

IMG 2906Die genaue Ursache des Brandes blieb ungeklärt. Ob er im Haus 42 in der Zigarrenfabrik des Eduard Cohen ausbrach, oder im Haus 44 des Gewürzhändlers Nolze & Co wird immer ein Rätsel bleiben.
Ein Grund war vielleicht auch das Braurecht, welches fast jedes Haus besaß.
Feuchtes Malz wurde auf einem Rost aus Weidenruten arglos über offenem Feuer erhitzt!
Auf jeden Fall war es ungewöhnlich warm in dieser Nacht. Die Fleete stanken unerträglich nach Morast und die Fachwerkhäuser knisterten bereits ausgetrocknet vor sich hin….

Es war auch die Zeit wo jeder selbst bestimmte ob er Steuern zahlt ! Wer Steuern zahlte, war kreditwürdig und galt als jemand in der Stadt. Wer keine zahlte genoss auch kein Ansehen. Hierzu gehörten auch die trinkfreudigen wichtigen Gesellen mit ihrer kümmerlichen Entlohnung.

Nachtwächter war ein nicht grad ehrenhafter Beruf, denn nachts zu arbeiten galt bereits im Mittelalter als «sündiges Tun».  Zu ihrem schlechten Ruf trugen die Wächter auch gern selbst bei.
Verfehlungen wie mit Vorliebe in dunklen Nischen gern mal ein Nickerchen im Dienst zu machen, oder gar dem Trunke zu frönen waren einige nicht abgeneigt, sie tranken alles was flüssig war und Alkohol enthielt… Sie liebten es auch des Nachts verbotenerweise, ortsunkundige Fremde mit ausnehmender Gefälligkeit und gegen klingenden Lohn in ihr Gasthaus zu geleiten.

 

Hamburg war die erste Stadt die bereits 1675 Öllaternen zur Illumination der Gassen einführte. Die flächendeckende Einführung der Gaslaternen um 1845 brachte die Abschaffung der Nachtwächter mit sich….

Lassen Sie sich heiter und humorvoll in die Vergangenheit zurückversetzen, lauschen Sie seinen Geschichten bei einem abendlichen Kontrollgang durch die illuminierte Speicherstadt.

In der Rolle des Soaven Paul erleben Sie Ingo Vierk einen "waschechten" Hamburger Jung, der die Deichstraße, die Speicherstadt und den Hafen kennt wie seine Westentasche!